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Gedanken zu "Lifestyle-Linken"

Ich hatte in letzter Zeit immer wieder den Impuls, mich gegen rechts abzugrenzen. Obwohl ich ganz klar nicht rechts stehe. Aber warum eigentlich? Warum müssen sich ganz klar linke oder humanistische Personen gegen links abgrenzen und andere nicht? Der Begriff „Lifestylelinke“ hat mir die Augen geöffnet. Eine diffuse Vorstellung hatte ich von dem Phänomen schon selbst. Ich nannte sie eher die „akademischen Linken“, aber der Einblick in linke Geschichte von Sahra Wagenknecht hat mir sehr geholfen, das Ganze besser zu verstehen und auch meine Haltung besser einzubetten. Laut diesen Lifestyle- oder akademischen Linken, kann man nicht mehr spirituell sein, … und man kann Politik nur so kritisieren, wie sie es richtig finden und verstehen. Zugegeben, dass viele offenkundige AFD-Wähler sich in sozialen Netzwerken ganz klar von der AFD abgrenzen, macht es nicht einfacher und noch viel diffuser und konfuser. Aber das ist in meinen Augen nicht das eigentliche Problem. Jedenfalls habe ich j...

Political Correctness - Gedanken dazu

  Natürlich leben wir nicht in einer PC-Diktatur (PC = Political Correctness). Als Frau und Ethnologin, als um mich blickender Mensch, weiß ich, dass wir noch meilenweit davon entfernt sind, dass alle Menschen gleichberechtigt sind oder auch nur gerecht behandelt werden. Es fängt ja schon damit an, dass ich einen barrierefreien Blog gestalten will, aber keine Ahnung habe, was ich da alles beachten muss. (Ganz davon zu schweigen, dass Word, wo ich meinen Artikel vorschreibe, das Wort offenbar nicht kennt.) Noch immer ist es Alltag und Realität, dass viele von uns unsichtbar sind. Unsere Lebenswelten und Realität nur am Rande oder gar nicht erwähnt werden. Sollte es nicht selbstverständlich sein, dass blinde Menschen und Menschen mit Autismus genauso Zugang zu Informationen haben wie andere? Dass es zum Allgemeinwissen gehört, was man beachten muss, dass auch sie sich alle Informationen beschaffen können? Sollte es nicht selbstverständlich sein, dass es in Gebäuden genauso ...

Fragebogen John - Persönlichkeitsstörung (narzisstisch, paranoid, schizoid)

  Name (Nickname): John Yossarian Alter: 61 Diagnose(n): Chronische Depression PSen: narzisstisch, paranoid, schizoid Magst du kurz was über deinen Werdegang (Erkrankung, Diagnose, Leben) erzählen? Angststörung mit Panikattacken ca. 1975-2005 Seit 1989 diverse stationäre und ambulante Therapien Was bist du für ein Mensch? Ich (er)lebe meine Diagnosen Was sind deine Leidenschaften? Ich sortiere die Welt Was ist deine Lebenseinstellung? Da ich drei Persönlichkeitsstörungen habe, empfinde ich mich zu ¼ normal. Und damit verstehe ich die Wünsche und Sehnsüchte des Narzissten, aber er setzt nicht die Regeln meines Handelns – genauso wie ich den Paranoiden verstehe – der auch nicht mein Handeln zu bestimmen hat. Diese beiden kann man mit entsprechender Einstellung und Erfahrung ziemlich klein halten. Aber der Schizoide prägt meine Fähigkeiten resp. Unfähigkeiten extrem und lässt mich selbst dann sehr einsam sein, wenn ich nicht allein bin. Und ich muss einsehen, d...

Diskriminierung & Sichtbarkeit

Es wird hier in diesem Blog viel um Diskriminierung gehen. Allerdings möchte ich dem Begriff eine größere Dimension geben als das im öffentlichen Diskurs zum Teil der Fall ist. Ich bin der Meinung, dass "sich als Opfer fühlen" und das zu benennen, nur ein Teil des Prozesses ist. Die Wut über die Ungerechtigkeit, aufzustehen, anzuprangern und zu beschuldigen, ist ein Teil des Prozesses, ein wichtiger, wie ich meine. Und er hat ja in den letzten Jahren auch viel Sichtbarkeit geschaffen, Menschen Mut gemacht und Dinge verändert. Aber der nächste Schritt, um sich zu befreien, muss notwendigerweise der sein, sich aus der Opferrolle herauszubewegen und Gesellschaft aktiv und eigenverantwortlich mitzugestalten. Dazu gehört auch, eigenes diskriminierendes Verhalten zu hinterfragen. Denn selbst eine lesbische schwarte Behinderte (um es mal mit Fanny van Dannens Worten zu sagen) kann sich als Akademikerin ohne psychische Erkrankungen diesen Menschengruppen gegenüber diskriminierend ...

Gedanken zu Freundschaft

Als ich etwa 18 war, hatte ich folgendes Zitat an meinem Schrank hängen: "Kein Mensch ist dein Feind. Kein Mensch ist dein Freund. Jeder Mensch ist dein Lehrer." Manchmal denke ich mir, dass man, wenn man das wirklich verinnerlicht hat, um einiges besser fährt im Leben. Aber natürlich sehnen wir uns alle nach einem angenehmen Miteinander. Viele von uns vielleicht außerdem nach Verständnis und danach, aufgefangen zu werden. Was eines der Probleme sein könnte. Denn viele von uns suchen nach Verständnis und Halt an Punkten, wo wir ihn uns selbst nicht geben können. Ständig nach Bestätigung im Außen zu suchen, ist anstrengend. Und auch Halt: Eine Freundin kann zuhören, trösten, in den Arm nehmen, ihre Gedanken äußern. Aber im Endeffekt muss man den Prozess, in dem man steckt, selbst gehen, wo auch immer er einen hinführt. Neulich hatte ich den Gedanken, dass diese ganzen modernen Serien nicht unbedingt ein realistisches Bild von Freundschaft vermitteln, vielleicht nicht einmal ei...

Toleranz in der Kommunikation (oder: Warum Diskussionen auf Facebook ständig eskalieren.)

  Diskussionen auf Facebook. Warum eskalieren sie eigentlich ständig? Wenn man genau darüber nachdenkt, ist es eigentlich klar. Zunächst einmal tummeln sich auf Facebook Menschen aus allen Regionen Deutschlands. Das heißt, man hat einen Riesenhaufen an Mentalitäten. Mir ist schon oft aufgefallen, dass die Schmerzgrenze, was Derbheit betrifft, total verschieden ist. Was für den einen eine ganz normale sachliche Aussage ist, ist für den nächsten höchstbeleidigend. Dazu kommt, dass ja auch Menschen aus Österreich und der Schweiz auf Facebook sind und die haben ja zum Teil zusätzlich zu dem Mentalitätsthema auch noch andere Gesetze etc. Das heißt, es kann auch sein, dass man in manchen Bereichen einfach vollkommen aneinander vorbeiredet, einfach weil man das nicht auf'm Schirm hat. Zusätzlich zu den verschiedenen Mentalitäten (und das ist echt nicht zu unterschätzen!) kommt, dass es auf Facebook passieren kann, dass das Mädel, das seit Jahren beim schwarzen Block mitläuft mit dem...

Antisemitismus und Corona

  Ich habe gerade nen Artikel gelesen, der suggeriert, dass alle Menschen, die das mit Corona für überzogen und schwachsinnig halten, Antisemiten sind und bin gerade enorm wütend. Ich habe lange überlegt, ob es klug ist, in meinem schönen, tollen Blog, in dem ich über Schwangerschaft, Geburt und vielfältige spirituelle und ganz geschmeidig über gesellschaftskritische Themen schreiben will, klar Position zu beziehen. Ob ich es wirklich riskieren will, meinen Blog zu verschmutzen und als Rassistin und sonstwas beleidigt zu werden, weil ich eine fundierte (!) andere Meinung habe. Aber das nimmt inzwischen Ausmaße an... wo sich mir die Frage nicht mehr stellt. Es ist zu einer Notwendigkeit geworden. Ich will hier jetzt keine künstliche Dramatik aufbauen, aber längst spielt sich Drama ab. In verschiedenen Köpfen verschiedene Dramen. Die einen haben Angst vor diesem Virus, die anderen vor einer Diktatur. Alle sind fassungslos. Die einen über die Maßnahmen, die anderen über das ...